Wir dokumentieren rechte, rassistische und antisemitische Vorfälle im Land Bremen und Bremerhaven.
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Vorfälle Bremen
Vorfälle Bremerhaven
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Diskriminierende Ereignisse präventiv in Vertragswerk aufgenommen
Aus dem Pflegevertrag von Vielfältig e.V.:
"Wir begrüßen einen respektvollen und freundlichen Umgang miteinander, sodass Menschen mit Pflegebedarf und Mitarbeiter*innen von vielfältig. sich jederzeit sicher und wohl fühlen. Wir tolerieren keine Form von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung wie z.B. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Ableismus, Homo- oder Transfeindlichkeit."
Intervention bei transfeindlicher Bedrohung
In der Straßenbahnlinie 1 schreiten mehrere Personen ein, als eine trans Person von Personen umringt, beleidigt und bedroht wird. Sie tun dies und das.
Rom*nja Studierendenorganisation gegründet
VERBAND VON SINTI UND ROMA
„Zeig bloß nicht, dass du ein Rom bist“
VON DENIZ AVAN - AKTUALISIERT AM 12.08.2021 - 14:35
Sinti und Roma haben ihren ersten Studierendenverband gegründet. Damit
wollen sie den Antiziganismus bekämpfen, der auch an deutschen Unis weit
verbreitet ist.
A
ls Franz-Elias Schneck die traditionell pakistanischen Trachten anzog, wollte er eigentlich
nur Werbung für seinen Studiengang machen. Schneck studiert Empirische
Kulturwissenschaften und Indologie in Tübingen, für den Instagram-Kanal seiner Uni drehte er
ein kurzes Quiz-Video. „Hallo, ich bin Franz“, sagt Schneck dort in die Kamera, „ich werde euch
heute meinen Studiengang beschreiben, ohne dessen Namen zu nennen.“
Schneck erntete einen Shitstorm. Andere Studierende warfen ihm vor, sich über pakistanische
Menschen lustig zu machen, deren Diskriminierungserfahrungen zu beschönigen, kulturelle
Aneignung zu betreiben. Schneck, schrieben die Kommentatoren, könne sich doch nicht als
Mann mit deutsch klingendem Namen traditionelle pakistanische Gewänder anziehen, nur um
ein lustig gemeintes Quiz zu machen.
Noch heute, zwei Monate später, zeigt sich Schneck geschockt. Das liegt auch daran, dass die
Herkunft des 21-Jährigen alles andere als privilegiert ist. Schneck gehört zu einer der am
stärksten diskriminierten Minderheiten Europas: den Sinti und Roma. Seine frühen Vorfahren
stammen vermutlich aus dem Indus-Delta im südlichen Pakistan und westlichen Indien. „Wie viele Sinti hießen denn Franz und wurden trotzdem ermordet?“, kommentiert Schneck mit Blick auf das Dritte Reich den Shitstorm. Er versuchte, den wütenden Instagram-Nutzern seine
Geschichte zu erklären, aber es half nichts – die Uni löschte sein Video.
Große Leerstellen im Wissen und Umgang mit Sinti und Roma, auch
auf dem Campus
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https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule...
Schneck studiert nicht nur Empirische Kulturwissenschaften und Indologie, er ist auch das
jüngste Gründungsmitglied des ersten Studierendenverbands der Sinti und Roma in
Deutschland. Der Verband war erst wenige Monate jung, als die Uni Tübingen das Video von
Schneck löschte. Als er protestierte und es nichts half, bat Schneck Dotschy Reinhardt um
Hilfe. Sie sitzt im Vorstand des frisch gegründeten Verbands. Erst auf ihr Ersuchen hin wurde
das Video wieder hochgeladen. „Es ging gar nicht um die Lehrerschaft“, erklärt Reinhardt den
Vorfall, „sondern um die Studierenden untereinander.“ Der Shitstorm habe gezeigt, dass es
immer noch „keine Sensibilität für Antiziganismus und die reichhaltige Geschichte und Kultur,
die bis in den Sindh hineinreicht“, gebe, so Reinhardt.
Reinhardt hat den Verband mit gegründet, weil es ihr wichtig war, dass Sinti und Roma auch auf
den Campus endlich wahrgenommen werden. Sie selbst ist vor allem als Jazzmusikerin bekannt
und arbeitet als Referentin am Dokumentations- und Bildungszentrum Deutscher Sinti und
Roma. Es gebe große Leerstellen im Wissen und Umgang mit ihrer Volksgruppe, die man „mit
realistischer Info“ füllen müsse, sagt sie. „Und dazu gehört es auch, über die ganz frühen
Wurzeln der Sinti und Roma zu reflektieren.“
Franz-Elias Schneck Bild: privat
„Hätte es diesen Studierendenverband zu meiner Zeit gegeben, hätte ich mir Hilfe geholt und
meine Diplomarbeit über Sinti und Roma geschrieben. Leider habe ich mich nicht getraut“, sagt
Radoslav Ganev. Ganev leitet den Münchner Verein „Lichterkette“, der sich gegen Rassismus
einsetzt. Auch der 36 Jahre alte Politikwissenschaftler gehört zum Vorstand des neuen
Studierendenverbands. Ihm, sagt er, habe als Student immer ein Ort gefehlt, wo er Vorbilder
hätte finden können und eine Beratung, die Sinti und Roma dabei hilft, all der Widrigkeiten,
denen eine diskriminierte Minderheit begegnet, zum Trotz, die Schule abzuschließen und
erfolgreich zu studieren.
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Wie er zu Diplomarbeitszeiten trauten sich auch heute noch viele Sinti und Roma nicht, ihre
Identität zeigen. Zu groß sei die Angst vor Nachteilen an der Uni und später im Beruf. „Je höher
der Bildungsstand ist, desto höher die Hürde, das zu sagen“, erklärt Ganev. Schon als Kind
hätten ihn seine Eltern gewarnt: Zeig bloß nicht, dass du ein Rom bist. Eine Erfahrung, die
Franz-Elias Schneck und andere bestätigen.
Wie es um die Sinti und Roma in Deutschland steht, verdeutlicht ein 800 Seiten starker Bericht
des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Die Bundesregierung hatte ihn vor zwei Jahren in
Auftrag gegeben, Ende Mai wurde er im Bundestag vorgestellt. Diskriminierung gegen Sinti und
Roma ziehe sich durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Schichten und gilt immer noch als
Regelfall, heißt es in dem Bericht. Sinti und Roma – das zeigen allein 15 verschiedene Studien,
die dem Bericht zugrunde liegen – erleben Benachteiligungen in allen Bereichen des Lebens: in
der Schule, im Büro, aber auch bei Behörden.
Gleichzeitig, so schreibt das Institut für Menschenrechte, werde dieser Antiziganismus kaum
thematisiert. Die Politik, konstatiert der Bericht, habe hier versagt. Dabei ist die Geschichte der
Sinti und Roma in West- und Mitteleuropa schon Jahrhunderte alt. In den meisten Familien der
geschätzt etwa 70.000 Sinti und Roma, die hierzulande leben, wird Deutsch gesprochen –
bereits seit Generationen. „Wir sind Deutsche“, sagt auch Dotschy Reinhardt.
Ist Deutschland ein rassistisches Land?
Ja
Nein
Lehrveranstaltungen rund um Antiziganismus
So schlecht das Zeugnis für den Schutz der Sinti und Roma vor Diskriminierung und
Ausgrenzung auch ausfällt – allein der Umstand, dass es diesen Bericht nun gibt, sorgt bei
Radoslav Ganev für Begeisterung. „15 Studien zur Lage der Sinti und Roma in zwei Jahren“ – das
sei schon „ein Meilenstein in der Bekämpfung des Antiziganismus“, sagt er. „Kein einziges Land
hat so viele Studien zu diesem Thema gemacht.“
Der Bericht zeige, dass Antiziganismus keine Erfindung des Dritten Reiches war und auch
danach nicht aufhörte. Die institutionelle Diskriminierung sehe man auch an der späten
Anerkennung des Völkermords an den Sinti und Roma: „Leute, die immer noch leben, die im KZ
waren, die wurden 20 Jahre nach den KZs noch so behandelt, als wären sie zu Recht im KZ
gewesen, als Verbrecher“, sagt Ganev.
WAS DIE SPRACHE VERÄNDERT
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ANTIZIGANISMUS-BERICHT
ZENTRALRAT DER ROMA
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Ade, du weiße
Selbstverständlichkeit
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Ein Bild im Kopf
„Die Pandemie orientiert
sich nicht an der
Abstammung“
Das o�zielle Gründungsdatum für den ersten Studierendenverband der Sinti und Roma in
Deutschland hatten Ganev, Reinhardt, Schneck und die anderen etwa 30 Mitglieder deshalb auf
den 17. März 2021 gelegt – den 39. Jahrestag der Anerkennung des nationalsozialistischen
Völkermords an den Sinti und Roma durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt.
Der Verband will den deutschen Universitäten im kommenden Semester das erste Mal
anbieten, Lehrveranstaltungen rund um das Thema Antiziganismus zu organisieren. So sollen
Studierende aller Fachrichtungen die Möglichkeiten erhalten, sich über Sinti und Roma zu
informieren. Ein wissenschaftlicher Beirat aus unabhängigen Bildungsforschern soll das Konzept
der Lehrveranstaltungen vorher prüfen. „Wir wollen Wissen scha�en“, sagt Franz-Elias Schneck.
Er ho�t darauf, dass die Diskriminierungen gegen ihn und andere Sinti und Roma so endlich
weniger werden.
Mehr statt weniger queere Symbolik
Nachdem queere Aufkleber vom Gruppenraum-Tür abgerissen werden, wird die Tür regenbogenfarben gestrichen
Diskriminierende Ereignisse präventiv in Vertragswerk aufgenommen
Aus dem Pflegevertrag von Vielfältig e.V.:
"Wir begrüßen einen respektvollen und freundlichen Umgang miteinander, sodass Menschen mit Pflegebedarf und Mitarbeiter*innen von vielfältig. sich jederzeit sicher und wohl fühlen. Wir tolerieren keine Form von Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung wie z.B. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Ableismus, Homo- oder Transfeindlichkeit."